Warum Plastiktüten einfach nicht auszurotten sind

Top Technics: Promotion

Von Peter Littmann

Die meisten Verbraucher vergessen ihre in Umfragen herzergreifend betonten grünen Überzeugungen, sobald sie an der Kasse stehen. Dann wird doch wieder alles in Plastiktüten gestopft. Jährlich werden immer noch weltweit 500 Milliarden davon unters Volk gebracht und der einzelne Beutel braucht bis zu 1000 Jahren, um zu verrotten. 

In den USA zum Beispiel wird weniger als ein Prozent davon recycelt. Stattdessen landen die Biester im Müll, in Parks, in Kläranlagen und in den Innereien von Vögeln und Meeresbewohnern, die daran krepieren. Wer sein ökologisches Gewissen beruhigen will, sollte daher mit einer Mehrweg-Alternative durch den städtischen Dschungel tigern. Der amerikanische Ausdruck „Walk the talk“ bekommt so einen ganz neuen Aspekt.
Ist man nicht gerade ein Seelöwe, ist die Verwendung von Plastiktüten leider praktisch – und daher auch symptomatisch. Eine Untersuchung von McKinsey ergab, das zwar 87 Prozent der in fünf Ländern befragten Konsumenten sich Sorgen machen, welchen Schaden die von ihnen verwendeten Produkte anrichten, aber der gleichen Befragung zufolge haben nur 33 Prozent je schon mal ein Öko-Produkt erworben.
Das nervt – und nicht nur die Seeadler mit Plastikmüll im Bauch. Aber da sich Verbraucher im Allgemeinen nicht mit moralinsaurem Geschwätz locken lassen, sondern nur mit Spaß-Faktor, muss eine attraktive Alternative her zu den Müllmachern. Das haben sich andere auch schon gedacht und seither sind coole Shopping Beutel die neuen It-Bags. Als die britische Guru-Designerin Anya Hindmarch die mit der Stickerei „I am not a Plastic Bag“ verzierte Leinentasche für 15 Dollar auf den Markt warf, bildeten sich vor vielen Geschäften um zwei Uhr morgens Schlangen – vielerorts waren die Taschen um neun Uhr ausverkauft. Nicht nur in London, auch in Taiwan, Shanghai oder Singapur, wo Umweltbewusstsein im Allgemeinen so verbreitet ist wie Eisberge.
Verwunderlich ist das nicht, sonst kostet eine von Hindmarch gestaltete Hand-, Strand- oder Einkaufstasche ab 300 Pfund Sterling aufwärts. Ironischerweise war der Designer-Beutel so begehrt, dass sich in Hongkong die Frauen darum zu prügeln begannen – und im Ergebnis mussten die Mehrweg-Taschen dann beim Verkauf mehrfach in Plastiktüten gewickelt werden, um ihre Erwerberin vor dem schlagkräftigen Neid der Damen zu schützen.
Das ist jetzt zwei Jahre her und beeindruckte eine Reihe von Designern. Inzwischen gibt es einen Shopper von Stella McCartney bei Le SportSac für 190 Euro, Jessica Cushman gestaltete einen Einkaufsbeutel mit dem Label „My other bag is Louis Vuitton“ für 25 Euro. Wer keinen Sinn für Ironie hat oder aufs Geld nicht schauen muss, hat andere Optionen: Bei Fendi gibt es Shopping Bags für 590, bei Marni oder Hèrmes für 700 Euro.
Was lehrt uns das? Eine Befragung der Climate Group ergab, dass in zwei Dritteln der amerikanischen und britischen Haushalte keiner den Namen von auch nur einer einzigen Ökomarke nennen kann. Nur weil ein Produkt „grüner“ ist, wird es weder bekannter noch begehrter. Dass Procter & Gamble begann, die Zahnpastatuben auch ohne Umverpackung anzubieten oder Nestlé Mineralwasser in den leichtesten Plastikflaschen der Branche, brachte den Herstellern keinen Imagebonus, geschweige denn mehr Umsatz.
Gleichzeitig entpuppt sich das alte Argument, dass Öko nicht läuft, weil es teurer ist als Standard als unsinnig, siehe den Run auf die Shopping-Taschen. Oder den Toyota Prius. Der ist schon von weitem zu erkennen und erfreut seinen Besitzer mit einem Cockpit, das ihn jederzeit informiert, wie wenig Energie aus welcher Quelle der Motor gerade verbrennt. Der Wagen bewirbt also seinen eigenen Umweltnutzen permanent nach innen und außen. Der Honda Accord mit vergleichbarem Hybridantrieb hingegen war ein Flop – da weniger designstark und nicht so plakativ.
Öko läuft und läuft, aber nur, wenn die Produkte dazu innovativ sind, kreativ, leicht wieder erkennbar - und statusträchtig. Der berühmte „I-am-not“-Hindmarch-Beutel wird heute bei ebay für Preise zwischen 170 und 200 Euro gehandelt. Die meisten davon sind Fakes aus Asien – aber was soll's, alles besser als Plastiktüten.

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