Die Raabisierung der Werbung

Von Peter Littmann

Das Unaussprechliche gewinnt Preise. Noch vor einigen Jahren war es in auch nur halbwegs gesitteten Kreisen absolut unmöglich, das Wort "Arsch" in den Mund zu nehmen. Es soll sogar Zeiten gegeben haben, in denen Eltern ihren Kindern nach dem Gebrauch dieses Begriffs den Mund mit Seife auswuschen. Heute hingegen gewinnt ein "Nussknacker-Spot" beim Golden Award Festival in Montreux. In dem Streifen für das Fitness-Studio "Leo’s Sports Club" öffnet eine junge Frau Walnüsse, in dem sie sie zwischen die Backen ihres knackigen Hinterteils steckt. Bereits beim New York Festival hatte es für den Kraftakt Gold gegeben, nur beim wohl erzogenen Art Directors Club in Deutschland ging die Kampagne leer aus.

Eine Art Sondermüll

Von Peter Littmann

Wie kriegt man Konsumenten bloß zum Konsumieren? Diese Frage begrübeln derzeit nicht nur Werber und Marketingexperten landauf, landab, sondern auch weite Teile des Einzelhandels. Denn die Deutschen sparen wie nie zuvor. Wirklich nur aus Angst vor einer immer unsicherer erscheinenden Zukunft und weil aus Berlin dazu so gar nichts Tröstliches zu hören ist?

Wisch und weg!

Von Peter Littmann

Unter Product-Placement stellen sich alte Leute vor, dass die Helden in Kino- und Fernsehfilmen mit Markenware ausgestattet werden, damit das Publikum sieht, dass ein Z3 von BMW das Leben von 007 retten kann – oder ein Pulmoll- Lutschbonbon die Stimme von Horst Schimanski. Das waren die guten alten Zeiten.

Sauerkraut und Quark

Von Peter Littmann

Print wirkt. Print wirkt. Print wirkt. Print wirkt.

Jeder normale Mensch langweilt sich jetzt schon so, dass er das Lesen drangibt. Deutsche Verleger bekümmert das nicht. Munter schalten sie gemeinsam Anzeigen in allen großen Blättern, in denen sich nur dieser Mini-Text findet - 20-mal wiederholt.

Warum Falsches falsch ist

Von Peter Littmann

In der dritten Welt sterben die Leute an gefälschten Medikamenten, die Gips enthalten statt Wirkstoffe? Skandal! Hier zu Lande werden die Prüfzeichen renommierter Institute kopiert, und so kommen minderwertige Zangen auf den Markt, die angeblich für Arbeiten unter Spannung von bis zu 1000 Volt geeignet sind? Das ist ja lebensgefährlich! Wir sind entrüstet.

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