Männermagazin für die „tobende Bestie“

Von Peter Littmann

Homöopathie ist ein alternatives Medizinkonzept, bei dem „Ähnliches durch Ähnliches geheilt werden soll“: Krankheiten werden durch stark verdünnte Substanzen ausgetrieben, die im Körper Symptome auslösen, wie das eigentlich zu behandelnde Leiden. Mit „Business Punk“ ist nun ein Wirtschaftsmagazin für Männer auf dem Markt, das sich offenbar homöopathischen Ideen verschrieben hat.

Die Malaisen sind ja evident: Die Krise ist mühsam unter Kontrolle, da geben Chefbankiers schon wieder Testosteron-triefende Interviews und noch bessere Boni und der Rest der Menschheit hat Kopfweh und fragt sich: Was nun? Was machen wir mit den Schulden für die Konjunkturpakete, was mit unseren Kontrollbehörden? Welche Sorte Führungskraft braucht die Welt und wo kriegen wir sie her?
Die schulmedizinische Antwort auf diese Fragen kommt aus Boston, wo Studenten der Harvard Business School am Ende ihrer Ausbildung eine Art „hippokratischen Eid für Manager“ schwören wollen, künftig dem Gemeinwohl und nicht nur dem schnöden Mammon zu dienen. Die alternativmedizinische Replik jedoch stammt aus Hamburg, wo „Business Punk“ als „Business-Lifestyle-Magazin“, die Krankheit mit Krankmachern austreiben will. O-Ton: „Hier geht es um Wirtschaft jenseits von Umsatzzahlen und Gewinnprognosen“ und um die dazu gehörigen Punks. „Während sie Millionen machen, tobt eine Bestie in ihnen. Ihre Attitüde ist immer ein Whatever und mitunter ein breit grinsendes Fuck You.“
„Business Punk“ ist laut Waschzettel für Leute, „für die Uhrzeiten nur eine Art Richtgeschwindigkeit sind und Schlaf ein notwendiges Übel, weil sie nach Büroschluss mit Kollegen oder Freunden feiern. Auch mal bis in den frühen Morgen. Wer dieses Leben kennt, ist bei Business Punk richtig.“ Diese Kenner zeichnen sich offenbar dadurch aus, dass sie die Krawatte um die Stirn statt um den Hals gebunden tragen, das zumindest suggeriert die Werbekampagne.
Ich kenne das Geschäftsleben nicht, das sich die Redakteure von „Business Punk“ vorstellen, habe ich doch noch keinen steilen Aufstieg erlebt, weil sich einer den Binder um die Denkerstirn wickelte. Hingegen lehrt die Erfahrung, dass es „ohne Umsatzzahlen und Gewinnprognosen“ überhaupt keine Wirtschaft gibt, nicht mal eine Kneipe. Wo Ökonomie jedoch stattfindet, fallen Herren, für die Uhrzeit nur beratenden Charakter hat, allen anderen mit ihrer Unpünktlichkeit auf die Nerven, außerdem verschlafen sie Meetings. Beides ist nur in seltenen Fällen karriereförderlich.
Verschwiemelt und unausgeschlafen anzutreten, geht einzig und alleine auf Konferenzen. Und auch da empfiehlt es sich nur für Leute, die schon oben sind. Richard Branson, Cover-Model der aktuellen Ausgabe, flirtet am Rednerpult gerne mal mit dem eigenen Kater von der Nacht vorher. Auch gibt es Unternehmen, wo es zu den unabdingbaren Chefqualitäten gehört, bis vier Uhr morgens mit den Kollegen zu saufen und dann um acht eine ausgeschlafene Präsentation von 400 Zuhörern zu halten. Mit den 250 Morgen im Jahr, an denen die gleiche Person stocknüchtern um sechs das Tagespensum abzuarbeiten beginnt, langweilt kein Chef sein Publikum.
Auch wer seine Assistentin als „Versuchung im Vorzimmer“ behandelt, wie das Cover nahelegt, oder im Büro ein „breit grinsendes Fuck you“ zur Anwendung bringt, riskiert nicht nur in den USA eine Beschwerde wegen sexueller Belästigung. Solche Geschäftsrisiken auf zwei Beinen sind für den Auslandseinsatz ungeeignet und wer nach oben will, läuft besser nicht mit so einem Votum in der Personalakte herum.
Letzten Endes ist jedoch nicht alleine die Frage entscheidend, ob das Blatt zum Ausgang einer Jahrhundertkrise inhaltlich und sprachlich den richtigen Ton findet. Wichtig ist, ob es Anzeigenkunden und Leser überzeugt. Marketingvorstände sind am Ende nämlich auch nur Manager und keine Punks - und ob die in einem Objekt für ebendiese Kampagnen schalten wollen, muss die Zeit weisen. Bleibt die Frage, ob die arbeitende Bevölkerung sich mit zu Anti-Popstar stilisierten Managern identifizieren mag? Manch einem wird der männertümelnde Ton auf die Nerven fallen, andere wiederum werden den frivolen Ansatz amüsant finden, hat die in „Business Punk“ porträtierte Welt doch so viel mit Geschäftsleben zu tun, wie Bilder von Models mit richtigen Frauen. Alles in allem ist „Business Punk“ unterhaltsam, jedoch nicht gesundheitsfördernd. Möglicherweise nicht mal für die eigenen Macher.

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