Die deutschen Banken üben sich in Realsatire

Top Technics: Promotion

Von Peter Littmann

„Im Kommunismus werden die Banken erst verstaatlicht und gehen dann pleite, im Kapitalismus ist es umgekehrt“, sagt Angela Merkel. Die Kanzlerin hat Humor und den machen sich Bankkunden besser auch zu eigen. Beim Blick auf den Kontostand der eigenen Geldanlagen, angesichts der Boni, die so manch ein „Bankster“ gerade kassiert und erst recht bei der Lektüre der Zahlen, mit denen sich Regierungen verschulden, um die Finanzdienstleister vor dem Bankrott zu retten. 

Das einzige, was jetzt schon feststeht, ist, wer das bezahlen darf. Wir natürlich, wer sonst? Doch Humor ist nicht nur beim Studium der redaktionellen Inhalte der Presse angesagt, den braucht der Kunde auch beim Blick auf die derzeitigen Werbekampagnen besagter Finanzdienstleister.
Die sehen nämlich aus, als seien Kabarettisten am Werk. So manch ein Mensch hat Angst um den Job und weiß nicht, wie er künftig die Miete bezahlen soll, doch im Motiv der zur Württembergischen Bank gehörenden Wüstenrot legt ein bausparender Häuslebauer seinen Mietvertrag auf den Grill. Motto: Irgendwas muss der hoch verschuldetet Mensch ja essen. Ein paar Seiten weiter wirbt die KfW mit „Unser Programm für die Zukunft: CO2-Gebäudesanierung“. KfW? Waren das nicht die Experten, die noch Millionen an Lehman Brothers überwiesen, nachdem die bekanntermaßen schon Konkurs waren? Die Verantwortlichen hatten ganz einfach übers Wochenende die Nachrichtenlage verdrängt. Sanierungsbedarf herrscht da durchaus, nur nicht unbedingt bei den Gebäuden der Kunden. Viele Bürger wissen auch nicht, wie es mit ihrer privaten, auf Aktien basierten Altersversorgung weitergeht, doch Versicherer Allianz wirbt gelassen für eine Tierkrankenkasse. Retten wird uns die Riester-Rente, ganz bestimmt. Beim Blick auf das schwindende Schwerverdiente werden viele Kunden sicher daher auch die Kampagne der Postbank goutieren: „Riesich – Unterm Strich zähl ich“.
Der größte Vermögensberater der Welt, die UBS, hat am mit einem Minus von über 13 Milliarden Euro das schlechteste Ergebnis seiner Geschichte präsentiert, will aber dennoch für 2008 Bonuszahlungen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro auszahlen. Für den Kunden gibt es einstweilen nur die Zeile: „Gehen Sie behutsam mit Ihrem Investment um“. Ja klar, nur würde sich der Kunde wünschen, dass die Bank das auch tut. Commerzbank und ING Diba tun deswegen sicherheitshalber gleich so, als sei nie was gewesen und werben mit „kostenloses Girokonto mit 50 Euro Startguthaben“ respektive „Jetzt Extra-Zinsen sichern + 25 Euro Tankgutschein“.
Jahrelang haben die Banken ihrer Klientel erzählt, sie könnten auch bei niedrigem Risiko hohe Renditen erwirtschaften. In Wahrheit verhielt es sich genau anders herum. Das Ergebnis ist, höflich formuliert, ein Glaubwürdigkeitsproblem. Dieses wird aber keineswegs erkannt oder gar thematisiert, stattdessen entsteht Realsatire. Aus den Bumerangschlägen der Kopper-Peanuts und des Ackermann-Siegeszeichens hat die Finanzbranche offenbar nicht viel gelernt, denn mit der Unternehmenswirklichkeit oder der Befindlichkeit der Verbraucher hat die Kommunikation vieler Banken nicht ansatzweise was zu tun. Die Kunden sind verunsichert, kriegen derzeit aber nur lauter alte, abgedroschene Antworten auf viele neue Fragen.
In der Folge belegen Umfragen, dass nur noch jeder Fünfte Zutrauen zu seiner Bank hat. Währenddessen predigen besorgte Ökonomen, dass es nur wieder aufwärts gehen kann, wenn Vertrauen um sich greift. Bei den Banken untereinander und in der Bevölkerung. Eine transparente Krisenkommunikation wäre dazu der erste Schritt, stattdessen wirken die Lebensäußerungen der Finanzbranche häufig so selbstgerecht und überheblich wie viele Bankmanager persönlich. Eine Ausnahme macht ausgerechnet die Sparkasse. Die sagt einfach: „Antworten zur Finanzkrise. Stellen Sie uns jetzt Ihre Fragen...“ Ob die Berater in Posemuckel befriedigendere Antworten haben als die Star-Ökonomen, sei dahin gestellt, aber der Kunde will ja keine Charisma-Demonstrationen, sondern wissen, dass seine Bank kapiert hat, was gerade auf der Welt los ist. Ihre Humorfähigkeit strapazieren die Leute nämlich lieber im Theater als im Kontakt mit der Bank.

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