Warum Falsches falsch ist

Von Peter Littmann

In der dritten Welt sterben die Leute an gefälschten Medikamenten, die Gips enthalten statt Wirkstoffe? Skandal! Hier zu Lande werden die Prüfzeichen renommierter Institute kopiert, und so kommen minderwertige Zangen auf den Markt, die angeblich für Arbeiten unter Spannung von bis zu 1000 Volt geeignet sind? Das ist ja lebensgefährlich! Wir sind entrüstet.

Doch wenn wir in der Zeitung lesen, dass der Hamburger Zoll 40 000 gefälschte Viagra-Pillen beschlagnahmt, schleicht sich ein Lächeln in unser Gesicht. Wäre das Zeug auf den Markt gekommen, man stelle sich nur mal die Enttäuschung in den Schlafzimmern vor haha. Werden jährlich fast 60 Millionen gefälschte Zigaretten namhafter Marken aus Schiffscontainern gezerrt und vernichtet, überkommt uns auch nicht gerade das Mitleid mit den durch Produktpiraterie geschädigten Herstellern. Und dann im letzten Urlaub: diese super gemachte Uhr, deren Sekundenzeiger nicht mehr ruckelt wie bei den miesen Fälschungen von früher. Hand aufs Herz: Wer war noch nie in Versuchung, wenn die Fakes so viel billiger sind als die Originale und oft von ihnen nicht mehr zu unterscheiden sind?

Inzwischen wird von Hermès-Verkäuferinnen berichtet, die sich außer Stande sehen, definitiv zu beurteilen, ob der ihnen vorgelegte Gürtel nun aus den hauseigenen Werkstätten oder aus einem dunklen Kellerloch stammt. Der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie schätzt, dass auf jeden echten Chronographen ein falscher kommt. Neben den klassischen Fakes Rolex und Cartier werden jetzt auch ausgefallene Uhren gefälscht. Denn viele der Kopien sind heute so gut, dass auch Kenner kaum widerstehen können.

In Paris gibt es inzwischen ein Fälschungsmuseum, das Musée de la Contrefaçon. Dort finden sich gleich neben den falschen Ray-Ban-Brillen, Lacoste-Hemden oder Louis-Vuitton-Taschen die Originalprodukte. Damit sich der Besucher ein Bild machen kann, welche Qualität er von Markenpiraten erwarten kann.

Kurz und gut: Das Verhältnis der meisten Leute zu den Fakes ist gespalten. In der Folge basieren geschätzte zehn Prozent des Welthandels auf Fälschungen und Nachahmungen. Schaden weltweit: 200 bis 300 Milliarden Euro. Wirklich aufregen tut das viele Menschen aber nur, wenn sie versehentlich selber eine Kopie gekauft und dafür zu viel bezahlt haben. Mitarbeiter von Tiffany haben bei Ebay-Auktionen mitgesteigert, 186 Objekte gekauft und festgestellt, dass nur fünf Prozent der unter ihrem Markennamen angebotenen Waren echt waren.

Vermutlich haben wir wohl alle das eine oder andere falsche Stück in der Schublade - auch ohne es zu wissen. Es könnte also in unserem eigenen Interesse an der Zeit sein, unser Verhältnis zu den so genannten Copy-Cats zu klären. Die Hersteller der meisten Fakes sitzen in Thailand und China. Dort empfinden Handwerker traditionell anders als wir: Seit Jahrhunderten muss da ein Schüler erst einmal den Meister möglichst gut kopieren, bevor er Eigenes schaffen darf. Auch die Vorstellung, dass eine Idee jemandem gehört und nur gegen eine Lizenz benutzt werden darf, ist vielen Asiaten fremd.

Gleichzeitig ist unser eigenes Copyright merkwürdig. Es schützt Dinge sehr viel besser als Ideen. Die Rechte auf geistiges Eigentum verfallen in Deutschland nach ein paar Jahrzehnten, das Werk der "Klassiker" unter den Dichtern gehört irgendwann der Allgemeinheit. Schenkte aber ein Graf seiner von ihm geschwängerten Köchin ein Landgut, profitieren deren Nachkommen noch nach Jahrhunderten von der Immobilie.

Besser als unser mitteleuropäisches Rechtsempfinden sollte uns in der Frage der Fälschungen also unser guter Geschmack leiten. Der Besucher eines Ebay-Nutzer-Forums brachte das auf den Punkt: Jede Trägerin einer gefälschten Louis-Vuitton-Tasche oute sich "als wenig verdienende Wannabe-Luxusschlampe". Die Damen, die eine echte tragen, tun diesem Chat-Freund leid, weil ja kaum noch einer erwartet, "dass jemand eine echte Louis Vuitton hat". Und schließlich wird der Hersteller bedauert: weil irgendwann keiner mehr eine Originaltasche haben will, "wenn eine Copy derselben am Arm einer ungepflegten Ghetto-Tussi baumelt". Nicht gerade politisch korrekt formuliert, aber ziemlich auf den Punkt.

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