Was Frauen wirklich wollen

Von Peter Littmann

Auf gutefrage.net findet sich eines der wichtigsten Themen der Moderne: „Warum mögen Männer mehr Elektronikgeräte als Frauen? Warum?“ Das einzige, was noch spannender ist als diese philosophische Frage, sind die Antworten aus der weiten Welt des Webs. Die Repliken kommen meist von Männern, denn das Stichwort „Elektronik“ zieht sie an wie ein Teich die Frösche.

Einer schreibt: „Weil Männer immer schon die schwerere und gefährlichere Arbeit gemacht haben. Ich interessiere mich dafür, um in Zukunft solche Aktivitäten leichter machen zu können.“ Ein anderer hat offenbar das andere Stichwort für richtige Kerle im Kopf und meint: „Frauen mögen Geräte genau so gerne wie Männer. Halt nur andere. Allein im Beate-Uhse-Katalog sind seitenweise Elektrogeräte ausschließlich für Frauen. Nur halt keine Bohrmaschinen oder Schweißgeräte.“ Eine Frau antwortet schließlich: „Weil Elektronik einfach extrem langweilig ist, …wenn ich dann diese trockenen Erklärungen dazu höre, denk ich mir jedes Mal nur: Leckt mir doch die Füße!“
Vielen Frauen fehlt es offenbar an Geduld für das autistische Gefasel der Technik-Freaks und die wiederum schließen daraus, Frauen seien schlicht zu blöd. So auch bei gutefrage.net, wo ein weiterer Herr zur Beantwortung der Frauenfrage in der Elektronik die Frühgeschichte bemüht: „Die Männer gingen auf die Jagd, die Frauen blieben beim Lager, sammelten Nahrung und kümmerten sich um die Kinder“. Letzten Endes heißt das nichts anderes als: Boys brauchen Gadgets, um die Familie zu ernähren, für die Mädels tun es auch Rührlöffel und Babyrassel.
In dieser Denktradition versuchte die US-Computerindustrie auch schon mal, Frauen mit pinkfarbenen, einfach zu bedienenden Computern zu animieren. Der Erfolg war erwartungsgemäß begrenzt, ebenso wie der des „spezielles Angebot für Frauen“ des deutschen Versenders Conrad Electronic. Der Fokus der Initiative lag auf Produkten, die den „weiblichen Interessen” entgegenkommen sollten: Simple Digitalkameras, Fußwärmer, Körperfett-Waagen, Einparkhilfen. Das Frauenbild dahinter erinnert an das der Doris-Day-Filme aus den 50er Jahren und das Motto: „Ein bisschen doof ist niedlich“.
Moderne Frauen scheinen es aber nicht besonders zu schätzen, wenn sie behandelt werden wie die Hauptperson in einem Blondinen-Witz. Auch die Technik-Freaks unter den Unternehmen sollten sich im Hinblick aufs Weihnachtsgeschäft mit diesem Fakt vertraut machen, stehen doch Umfragen zufolge Produkte aus der Unterhaltungselektronik ganz vorne auf der Wunschliste aller Erwachsenen. Bei Männern und Frauen kommen gleich nach Kleidung mehrheitlich Computer und Videospiele. Richtig gehört: Computerspiele! Bei Frauen!
Die Consumer Electronics Association der USA schätzt, dass Frauen selber für rund 40 Prozent des Umsatzes des Markts stehen. Dazu kommen weitere 20 Prozent der Käufe, die von Freundin, Ehefrau oder Tochter beeinflusst werden. Bei Philips Consumer Electronics ergab die Marktforschung sogar, dass Frauen auf die Mehrheit der Elektronikkäufe Einfluss nehmen. Seither haben beispielsweise Flachbildschirme abgerundete Ecken. Viele Frauen möchten nämlich, dass Geräte sich möglichst unauffällig in die vorhandene Wohnwelt schmiegen. Daher heißt es bei LG: Design und Optik eines Produkts sind genauso wichtig wie technische Features. Merke: Funktion und Produktqualität alleine gewinnen kein Frauenherz, auch wenn das ein Satz ist, bei dem sich der typisch deutsche Ingenieur vor Schmerzen windet.
Im Übrigen lässt sich auch mit Service bei den Damen ein Blumentopf gewinnen: Die müssen sich nämlich beispielsweise bei der Installation ihrer Weihnachtsgeschenke nix beweisen. Für die Inbetriebnahme will sich jede fünfte Frau professionelle Hilfe holen, aber nur jeder zehnte Mann. Das zumindest ergeben Befragungen des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien. Vermutlich liegt es also am männlichen Stolz, dass laut einer Untersuchung der Ludwig-Maximilian-Universität München jeder vierte Verbraucher seinen hochauflösenden Fernseher mit einem falschen Kabel anschließt und dann trotz teurer HD-Ausrüstung nur in der Standard-Auflösung glotzen kann.
Liebe Leute von gutefrage.net, das alles bedeutet: Frauen mögen genauso gerne Elektronik wie Männer, allerdings legen sie wert drauf, dass die erstens gut aussieht, zweitens zu ihrem Lebensstil passt und drittens einwandfrei funktioniert. Männer geben sich offensichtlich mit deutlich weniger zufrieden, aber das ist unser Problem.

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